Abnehmspritze & Muskelverlust: Was du wissen solltest

Was passiert beim Abnehmen mit unserem Körper?

Bei einer Gewichtsabnahme verliert der Körper in der Regel nicht ausschließlich Fett.
Ein Teil des verlorenen Gewichts kann aus fettfreier Masse stammen. Dazu gehören unter anderem:
– Muskulatur
– Körperwasser
– Organgewebe
– Bindegewebe
Deshalb bedeutet ein Verlust an „Lean Mass“ in Studien nicht automatisch, dass die gleiche Menge Skelettmuskulatur verloren wurde.
Trotzdem ist das Thema relevant.
Denn insbesondere bei einer starken oder schnellen Gewichtsabnahme möchten wir möglichst erreichen:
Fettmasse ↓
Muskulatur möglichst erhalten

Verliert man durch die Abnehmspritze Muskeln?

Die kurze Antwort lautet:
Es kann zu einem Verlust fettfreier Masse kommen – aber die Abnehmspritze „zerstört“ nicht einfach Muskulatur.
Eine Meta-Analyse aus 2026 fand, dass bei Inkretin-basierten Medikamenten etwa 25–39 % des gesamten Gewichtsverlusts als fettfreie Masse erfasst wurden. Interessanterweise war der Anteil bei klassischen Lebensstilinterventionen ähnlich. Die günstigsten Ergebnisse für den Erhalt fettfreier Masse zeigten Interventionen, die Krafttraining integrierten.
Das bedeutet:
Muskelverlust ist nicht ausschließlich ein Problem der Abnehmspritze, sondern grundsätzlich ein Thema bei größerer Gewichtsreduktion.

Warum kann die Muskulatur trotzdem gefährdet sein?

GLP-1- und GIP/GLP-1-basierte Medikamente können den Appetit deutlich reduzieren.
Dadurch essen manche Menschen wesentlich weniger als zuvor.
Das kann grundsätzlich hilfreich für die Gewichtsreduktion sein. Gleichzeitig kann es schwieriger werden, ausreichend:
Eiweiß · Energie · Vitamine · Mineralstoffe · Flüssigkeit
aufzunehmen.
Aktuelle Fachgesellschaften empfehlen deshalb, während einer solchen Behandlung nicht nur Gewicht und Nebenwirkungen zu betrachten, sondern auch Ernährungsqualität, Proteinzufuhr, Muskelgesundheit und körperliche Aktivität im Blick zu behalten.

Warum ist Muskelmasse überhaupt so wichtig?

Muskulatur benötigen wir nicht nur beim Sport.
Sie ist unter anderem wichtig für:
– Kraft und Leistungsfähigkeit
– Stabilität und Bewegung
– Stoffwechselgesundheit
– Glukoseverwertung
– Selbstständigkeit im Alter
Deshalb kann es langfristig ungünstig sein, wenn bei einer Gewichtsreduktion unverhältnismäßig viel Muskulatur verloren geht.
Gerade bei älteren Menschen oder Personen mit bereits geringer Muskelmasse sollte darauf besonders geachtet werden.

3 Dinge, die helfen können, Muskulatur zu erhalten

1. Ausreichend Eiweiß

Wenn insgesamt weniger gegessen wird, kann auch die Eiweißaufnahme schnell sinken.
Deshalb sollte bei einer stark reduzierten Nahrungsmenge besonders darauf geachtet werden, eiweißreiche Lebensmittel regelmäßig in die Mahlzeiten einzubauen.
Wie viel Eiweiß sinnvoll ist, hängt unter anderem von Körpergewicht, Alter, Erkrankungen, Aktivität und individueller Situation ab.

2. Krafttraining

Krafttraining setzt für den Körper das Signal:

Diese Muskulatur wird gebraucht.

Eine aktuelle Meta-Analyse zeigt, dass Krafttraining während einer Gewichtsreduktion den Verlust fettfreier Masse reduzieren und gleichzeitig Kraft verbessern kann.

Dabei muss es nicht automatisch intensives Training im Fitnessstudio sein.

Je nach Ausgangssituation können beispielsweise auch:

  • Übungen mit dem eigenen Körpergewicht
  • Gerätetraining
  • Widerstandsbänder
  • angeleitetes Krafttraining

geeignet sein.

3. Nicht nur auf die Waage schauen

Eine normale Waage zeigt nur:

„Du hast 8 kg verloren.“

Eine Körperzusammensetzungsanalyse kann zusätzliche Hinweise geben:

Wie entwickelt sich die Fettmasse?

Wie verändert sich die Muskelmasse?

Wie verändert sich das Verhältnis beider Werte?

Dadurch kann der Verlauf differenzierter betrachtet werden.

Mehr über BIA-Messungen erfahren:

Deine BIA-Auswertung verstehen

Ein Beispiel

Person A

–10 kg Körpergewicht

davon überwiegend Fettmasse
Muskelmasse weitgehend stabil

→ günstige Entwicklung

Person B

–10 kg Körpergewicht

gleichzeitig deutlicher Rückgang der Muskelmasse

→ Ernährung, Eiweißversorgung und Bewegung sollten genauer betrachtet werden

Auf der Waage sieht das Ergebnis zunächst identisch aus.

Für den Körper kann es trotzdem etwas völlig anderes bedeuten.

Was essen, wenn durch die Abnehmspritze kaum noch Hunger da ist?

Gerade dann wird die Qualität der verbleibenden Mahlzeiten besonders wichtig.
Statt einfach möglichst wenig zu essen, sollte darauf geachtet werden, dass die kleinere Nahrungsmenge trotzdem möglichst gut versorgt.
Je nach individueller Situation können beispielsweise sinnvoll sein:
– Eiweißquelle
z. B. Skyr, Quark, Eier, Fisch, Hülsenfrüchte, Tofu oder andere passende Lebensmittel
– Gemüse und Obst
– Ballaststoffquellen
ausreichend Flüssigkeit
– eine ausreichende Gesamtenergiezufuhr

Die Abnehmspritze ersetzt keine Ernährungstherapie

GLP-1-basierte Medikamente können eine sehr wirksame Unterstützung bei der Behandlung von Adipositas sein.

Sie verändern jedoch nicht automatisch:
– welche Lebensmittel ausgewählt werden
– wie ausreichend die Nährstoffversorgung ist
– ob Muskulatur trainiert wird
– welche Essgewohnheiten bestehen
– wie langfristig mit dem Gewicht umgegangen wird

Wie wir dich bei MaxiMahl unterstützen

Wenn du eine Abnehmspritze verwendest, schauen wir nicht nur darauf, wie schnell dein Gewicht sinkt.

Gemeinsam betrachten wir beispielsweise:
Wie viel isst du aktuell?
Bekommst du ausreichend Eiweiß?
Wie verträgst du die Medikamente?
Wie entwickelt sich deine Körperzusammensetzung?
Welche Gewohnheiten möchtest du langfristig aufbauen?

Das Ziel ist nicht einfach möglichst wenig Gewicht – sondern eine möglichst günstige Veränderung deiner Körperzusammensetzung.
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